Vorträge/Infoabende

01. Dezember 2014

Am 12.11. fand unser Info-Abend im Neuburger Kasten statt, und wir hatten Frau Lankes aus der Waldorfschule Augsburg bei uns zum Thema Fremdsprachen ab der 1. Klasse zu Besuch. Ein Faden zog sich durch den einstündigen Vortrag: Sprache muss lebendig sein!
In den Klassen 1-3 wird Sprache hauptsächlich durch Nachahmung gelernt. Dies geschieht mit Hilfe von Liedern, Gedichten, Reimen und auch Bilderbüchern. Der Lehrer muss vor allem in diesen Klassen authentisch und sicher in der Fremdsprache sein, sonst überträgt sich das auf die Kinder und das beeinträchtigt das Lernen. Die Themen sind, wenn möglich, an den Hauptunterricht angepasst. Die Sprache muss Freude machen, lebendig sein und darf auch für den Lehrer nicht langweilig sein. Das Motto: bringe ich dem Kind Respekt entgegen, bekomme ich auch Respekt von ihm, ist natürlich auch im Sprachunterricht vorrangig. So lernen Kinder beispielsweise, dass sie die Tür schließen sollen, indem die Lehrkraft sagt „Please, close the door“. Wenn das Kind nicht versteht, was von ihm erwartet wird, geht man zur Tür und schließt sie und sagt dabei „I close the door“. Wenn dann der Lehrer wieder an seinem Platz ist sagt er zum selben Schüler wieder: „Please can you close the door?“ Ab der 4. Klasse beginnt man dann Wörter aufzuschreiben. In der 5. Klasse schließt sich die Grammatik sofort an.
Die Mittelstufe zeichnet sich dadurch aus, dass man den Kindern versucht durch Sprache, (vor allem durch Grammatik) Halt zu geben. Hier gibt es erst mal keine Ausnahmen. Man muss sich durchbeißen und auch anfangen, Vokabeln zu büffeln. Wichtig ist hier auch eine schnelle Rückmeldung bei Tests und eine vorsichtige Bewertung, um nur das Lernverhalten zu kritisieren, nicht aber das Kind persönlich, und es somit nicht zu verletzen. Mit englischer Literatur beginnt man dann in der Oberstufe (ab Klasse 9). Man versucht, die Welt ins Klassenzimmer zu holen, und hierdurch kulturelle Schranken und Vorurteile abzubauen und auch das Interesse an der anderen Sprache zu wecken.
Alles in allem hat man wieder mehr gelernt als nur Fremdsprachen und festgestellt, dass nicht differenziert wird, sondern alles schlüssig ist, um die Kinder in allem so gut es geht zu unterstützen.